Call for Papers "Faktum, Faktizität, Wirklichkeit: Phänomenologische Perspektiven"

30.10.2018

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für phänomenologische Forschung. In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Phänomenologie an der Universität Wien.

18.–21. September 2019
an der Universität Wien


Folgt man der mit dem Begriff des »Postfaktischen« verbundenen Zeitdiagnose, so befinden wir uns in einem Zeitalter, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse durch »gefühlte Wahrheiten« und Tatsachen durch »alternative Fakten« ersetzt werden. Gleichzeitig zeigt sich – im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und des Aufkommens neuer Informationstechnologien – eine breite gesellschaftliche Entwicklung hin zu einer Herrschaft des faktisch Gegebenen im Sinne nackter Daten (Big Data), die scheinbar abseits jeder lebensweltlichen Verankerung das soziale Leben einer umfassenden Algorithmisierung und Berechenbarkeit unterwerfen. Angesichts dieser ambivalenten und spannungsreichen Gemengelage im Kontext der gegenwärtigen „Wahrheitskrise“ fragt die Tagung nach den spezifischen Einsatzpunkten, Perspektivierungen und Einsichten, die phänomenologische Ansätze für Fragen des Gegebenen und des Faktischen sowie der Faktizität und der Evidenzerzeugung zu liefern vermögen. Im Zentrum steht dabei das Problem des Verhältnisses zwischen wissenschaftlichen Tatsachen und soziopolitischen Realitäten sowie kulturellen Lebenswelten, das nicht zuletzt im Zuge der Globalisierung von Informationsflüssen und den damit einhergehenden interkulturellen Verflechtungen heute an Dringlichkeit gewinnt.

Die Tagung diskutiert das Problemfeld mit internationalen GastrednerInnen sowie in zwölf thematischen Sektionen, auf die sich alle interessierten WissenschafterInnen bewerben können. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch sowie ggf. Französisch.

  • Sektion I: Die Wirklichkeit und das Imaginäre (Leitung: Michela Summa, Würzburg)
  • Sektion II: Wirklichkeit und Bildlichkeit (Leitung: Alexander Schnell, Wuppertal)
  • Sektion III: Facts, Emotions and Values (Leitung: Sonja Rinofner-Kreidl, Graz)
  • Sektion IV: Faktizität und Wirklichkeit der Lebenswelt (Leitung: Christian Bermes, Landau)
  • Sektion V: Normativity in Experience (Leitung: Maren Wehrle, Rotterdam)
  • Sektion VI: Umständlichkeit – Erfahrungsstruktur und ontologische Kategorie? (Leitung: Thiemo Breyer, Köln)
  • Sektion VII: Die Gegebenheit des Realen (Leitung: Peter Gaitsch, Graz; Sandra Lehmann, Wien; Philipp Schmidt, Wien)
  • Sektion VIII: Erkenntnis versus Meinung – Falsche Gegensätze (Leitung: Eva Schürmann, Magdeburg)
  • Sektion IX: Interkulturelle Perspektiven auf die Frage nach der Wirklichkeit (Leitung: Niels Weidtmann, Tübingen)
  • Sektion X: Alteritätserfahrungen im Exil (Leitung: Pascal Delhom, Flensburg; Matthias Flatscher, Wien)
  • Sektion XI: Digitale Kultur (Leitung: Thomas Bedorf, Hagen)
  • Sektion XII: Post-truth and Post-secular (Leitung: Michael Staudigl, Wien)


Bitte senden Sie Vorschläge in Form eines ca. 500 Wörter umfassenden Abstracts für einen Vortrag von max. 30 Minuten bis zum 30.1.2019 an den Generalsekretär der DGPF, Sergej Seitz: sergej.seitz@univie.ac.at.
Die Auswahl der Beiträge treffen die Sektionsleitungen. Geben Sie daher bitte die Sektion an, auf die Sie sich mit ihrem Vorschlag bewerben.


⇒ Den kompletten Call for Papers und Beschreibungen der Sektionen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Forschung (DGPF)